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Geschichten aus dem Motorradsattel

Top 16 – Tag 15: Top of Baden-Württemberg

In der Nacht hat es nochmal ordentlich geregnet. Die Wäsche bleibt klamm. Hoffentlich trocknet sie im Laufe des Tages. So wirklich gutes Wetter ist allerdings nicht angesagt für Heute. Entspannt fahre ich um 10:30 Uhr los zu Berg Nr. 15.

Eigentlich wollte ich den Berg nur im Vorbeifahren mitnehmen. Dafür war ein nicht ganz erlaubter Wanderparkplatz vorgesehen, von dem es nur eine kurze Wanderung zum Gipfel wäre. Doch da ich so gut in der Zeit liege, widme ich dem Feldberg einen ganzen Tag und nehme das volle Touristen-Programm mit.

Nach ein paar Minuten Fahrt komme ich am Parkplatz an der B317 an. Motorrad-Stiefel, -Jacke und -Helm werden in den Seitenkoffer eingeschlossen und gegen Rucksack und Wanderschuhe getauscht. Nach ein paar Minuten komme ich in Feldberg-Ort an. Von dort könnte man mit einer Seilbahn fahren, womit man aber nur die große Steigung umgeht und trotzdem noch 2 km Wandern muss. Da ich Zeit und Lust auf Wandern habe, laufe ich den extra Kilometer mit. Damit komme ich auf etwa 5km und 1 Stunde Laufzeit vom Parkplatz zum Gipfel.

Feldberg-Ort besteht eigentlich nur aus einem Parkhaus, dem Nationalparkhaus, der Seilbahn und ein paar Läden. Ich schau mir alles kurz an, doch mach mich recht schnell auf zum Berg. Das erste Stück bringt mich schon ziemlich ins Schwitzen. Ich verstehe nun, warum die Seilbahn da ist. Vorbei am Aussichtsturm und Denkmal laufe ich zwischen Kühen zum Gipfel. Für das trübe Wetter ist es auf dem Berg recht voll. Am Gipfel muss ich sogar für das Foto anstehen.

Ich hätte gedacht, dass der Berg selbst etwas spannender wäre. Es sind mir zu viele Menschen hier. Die Aussicht macht dies jedoch wieder wett. Während ich noch am Gipfel sitze, komme ich ins Grübeln. Warum müssen alle Menschen gerade auf diesen Berg und alle Berge ringsherum sind komplett leer. Was der ein paar Meter mehr und der Titel „Höchster Berg Baden-Württembergs“ so ausrichten kann. Ich darf jedoch nicht darüber beschweren. Dies hier ist mein 15.“höchster Berg“ in den letzten 15 Tagen.

Auf dem Rückweg fängt es wieder an zu regnen, weshalb ich den Aussichtsturm auslasse. Auch bergab gehe ich wieder zu fuß. Die Seilbahn ist nun überfüllt mit Menschen, die vor dem Regen fliehen. Bevor ich endgültig den Feldberg hinter mir lasse, laufe ich noch durch das Haus der Natur. Um 14 Uhr bin ich wieder am Motorrad, weshalb ich beschließe mir noch den Ort Titisee anzugucken. Auf dem Weg kommt die Sonne wieder raus.

Die Stadt ist zwar schön, aber auch nichts besonderes. Ich gönne mir nur eine kleine Stärkung nach der Wanderung. Nachdem ich genug von der Stadt habe, fahre ich zum Schwimmen wieder zum Campingplatz. Dort wird gerade ein Freiluft-Kino aufgebaut, was ich später von meinem Zelt aus noch sehen kann. Die Wäsche hat es sogar geschafft noch zu trocknen.

Abends vor dem Zelt fange ich schonmal an die Tour ein bisschen Revue passieren zu lassen. Mittlerweile fühlt sie sich ganz schön vorbei an. Alles ist ganz schön zur Routine geworden. Die Euphorie der ersten Woche ist auf jeden Fall verflogen.

Campingplatz

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