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Geschichten aus dem Motorradsattel

Top 16 – Tag 18: Grande Finale

Hochmotiviert stehe ich morgens um 07:00 Uhr auf. Am letzten Tag soll nochmal alles bisher erlebte auf der Tour ├╝berboten werden. Um den ganz schlimmen Touristenandrang zu umgehen, m├Âchte ich m├Âglichst fr├╝h auf der Zugspitze sein. Die Seilbahn f├Ąhrt ab 08:00 Uhr. Ein schnelles Fr├╝hst├╝ck, dann mache ich mich auf den Weg. Auf dem Weg nach Garmisch wird der Nebel immer weniger, sieht aus als w├╝rde heute alles klappen.

Obwohl es nicht mal acht Uhr ist, muss ich schon vor dem Parkplatz in der Schlange stehen. Ein freundlicher Ordner winkt mich direkt zum Motorradparkplatz durch. Die Aufregung steigt, als ich die ersten Gondeln in den strahlendblauen Himmel, Richtung Gipfel, fahren sehe. Ich ziehe mich schnell um und gehe z├╝gig zur Kasse. Fast 60 Euro kostet das Tagesticket. Ohne gro├čes Warten, kann ich gleich die n├Ąchste Gondel nehmen.

230 Kilometer. So weit soll man heute laut dem Gondelf├╝hrer gucken k├Ânnen. Auf dem Weg hoch sehen wir Kletterer, die in der Bergwand ├╝bernachtet haben.

Oben angekommen muss ich mich kurz orientieren, wo ich aus der Station rauskomme. Auf der Dachterrasse genie├če ich einen Augenblick das Panorama. Anschlie├čend mache ich mich auf zum Gipfelkreuz. Am Rand der Seilbahnstation warnen etliche Schilder vor dem Weg. Die letzten Meter sind auch nichts f├╝r schwache Nerven, deswegen wollte ich so fr├╝h hier hoch. Auf dem Fels noch Schlange stehen und nicht aneinander vorbeikommen, hatte ich keine Lust.

Jetzt habe ich es geschafft!

16 Gipfel
16 Bundesl├Ąnder
18 Tage unterwegs
4160 gefahrene Kilometer

Nach der Photo-Session setze ich mich ein St├╝ck hinter dem Kreuz auf den Fels und genie├če einfach nur eine halbe Stunde lang die Aussicht. Es ist erst kurz nach 09:00 Uhr. Auf dem R├╝ckweg muss ich trotzdem schon warten, dass man mich vorbei l├Ąsst.

So ganz ohne Probleme kann es doch nicht laufen. Ich hab es geschafft das Ticket f├╝r die Seilbahn zu verlieren. Auch auf den Wegen konnte ich es nirgends finden. Die hilfsbereite Dame vom Souvenir-Shop (Einen Ticket-Shop gibt es oben nicht) wusste nicht wirklich, was sie mit mir anfangen sollte. Letzendlich soll ich einen Zettel ausf├╝llen, der eigentlich f├╝r Bergf├╝hrer gedacht ist, und bekomme ein neues Ticket. Das h├Ątte auch teuer werden k├Ânnen.

Nach dem Stress schaue ich mir gr├╝ndlich alles an, was es hier oben zu sehen gibt. Auf der ├Âstereicherischen Seite zeigen kleine Austellungen und Filmchen die Geschichte des Berges oder erkl├Ąren z.B. etwas ├╝ber Schneeflocken. Ich beschlie├če die erfolgreiche Reise zu feiern und g├Ânne mir ein Weizen.

Mittlerweile ist es richtig voll geworden. Jetzt w├Ąre ich wohl nicht mehr zum Gipfelkreuz geklettert. Ich fl├╝chte den ganzen Menschen und fahre runter zum Zugspitzplatt. Von dem Gletscher ist jedoch nicht mehr so viel zu sehen, wie ich erwartet habe. Nachdem ich mich satt gesehen habe, laufe ich auf dem Gletscher zum Windloch, wo ich fast alleine bin. Auf dem R├╝ckweg kann ich an der Familienrodelbahn nicht vorbeigehen.

Im Gletscherrestaurant st├Ąrke ich mich mit einem Kaffee und einer Brezn. Das Wetter wird langsam ungem├╝tlicher. Es wird immer feuchter und k├Ąlter. ├ťber die Lautsprecher wird durchgesagt, dass es durch lange Schlangen zu Verz├Âgerungen an der Seilbahn kommen kann. Man soll stattdessen die Zahnradbahn benutzen. Bevor ich das aber mache, fahre ich nochmal zum Gipfel hoch. Ein letztes mal die Aussicht genie├čen.

Die Bahn ist entsprechend voll. Nach 45 Minuten Fahrt stehe ich um 15:15 Uhr wieder am Motorrad. Von hier unten sieht man erst wie wolkenverhangen der Gipfel ist. Mit dem Wetter heute Morgen muss ich viel Gl├╝ck gehabt haben.

Ich m├Âchte den Tag noch nutzen und will noch eine kleine Tour durch ├ľsterreich fahren. Ich komme nicht mal bis in den n├Ąchsten Ort, bevor es zu Regnen beginnt. Immerhin konnte ich noch g├╝nstig Tanken. Es geht also doch direkt zum Campingplatz zur├╝ck.

Als feierlichen Abschluss wird im Restaurant des Campingplatz‘ gegessen. Abends wird der ganze Krempel schon so weit wie m├Âglich eingepackt und verladen. Morgen ist die Heimreise angesagt und damit das Ende der Reise.

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