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Geschichten aus dem Motorradsattel

Top 16 – Tag 14: Unwetter im Schwarzwald

blau: geplant (382 km, 06:15 h)
rot: gefahren (361 km, 06:21 h)

Gestern gab es zwei Gipfel zu sehen, heute daf├╝r keinen. Nach 6 Stunden Fahrt m├Âchte ich im Schwarzwald am Titisee angekommen sein. Der Weg durch Frankreich w├Ąre k├╝rzer, aber ich bin auf Deutschland Tour. Ich hoffe nur das mich kein Unwetter erwischt. Die Region hat es, den Nachrichten nach, schlimm erwischt und auch heute ist kein gutes Wetter angesagt.

Abfahrt ist wie fast jeden Tag um 09:30 Uhr. Die erste Abschnitt f├╝hrt mich quer durchs Saarland bis etwa Karlsruhe. Obwohl ich „schnellster Weg ohne Autobahn“ eingestellt habe, ist die Strecke noch sch├Ân zu fahren. Ab Primasens muss ich auf die Bundestra├če wechseln. Auch am mittlerweile anderen Ende der Republik wird kr├Ąftig an den Stra├čen gebaut. An einem Tag mit so viel Strecke ung├╝nstig, aber ich rege mich schon gar nicht mehr dar├╝ber auf.

Hinter Karlsruhe wartet der Schwarzwald auf mich. Doch der geplante Pass ist gesperrt und es geht weiter im Schneckentempo hinter LKW und Wohnmobilen auf der B462 hinterher.

Sobald ich runter von der Bundestra├če bin, wird die Strecke super zum Motorradfahren. Die Strecken abseits der gro├čen Stra├čen sind kaum befahren und schl├Ąngeln sich durchs Gebirge. Als ich hinter einem Berg das erste gro├če Gewitter ersp├Ąhe, schl├Ągt meine Laune wieder um.

In Freudenstadt halte ich zur Mittagspause an. Zuerst schaue ich auf das Regenradar und erkl├Ąre die Pause direkt wieder f├╝r beendet. Im Schwarzwald h├Ąngen gerade vier Unwetter, die alle mehr oder weniger auf meinem Weg liegen.

Ich fahre einfach nach Plan weiter, zwei Stunden sind es noch bis zum Ziel. Ich w├╝rde es heute schon gerne noch bis an den Titisee schaffen. Falls mich ein Gewitter schlimm erwischt, muss ich mich irgendwo unterstellen oder mir eine Unterkunft aus vier echten W├Ąnden suchen. Einen Camping-Platz habe ich sowieso noch nicht.

Mit den Unwettern im immer Nacken mache ich kaum Pausen. Bis hier hin fahre ich fast durch. Nur ein paar kurze Foto- und Tank-Stopps m├╝ssen sein. W├Ąhrend der Fahrt merke ich noch gar nicht, wie anstrengend sie eigentlich ist. Ich bin zu beeindruckt von der Landschaft. Der Schwarzwald gef├Ąllt mir sehr gut. Zum einen sind die Strecken zum Motorradfahren optimal, zum anderen bin ich fasziniert von dem Wechsel zwischen hohen Bergen und tiefsten Wald mit vielen S├Ągewerken.

Zwischendurch fahre ich auf ├╝ber 1000 m ├╝.NN, mehr als die meisten bisherigen Gipfel. Von den Unwetter bin ich bisher verschont geblieben, obwohl sie die ganze Zeit sicht- und h├Ârbar waren. Nass werde ich trotzdem. Etwa eine halbe Stunde Regen bekomme ich ab. Ein Ergebnis, mit dem ich einverstanden bin. Kurz vorm Campingplatz h├Ârt der Regen auf und bei immer noch 25 ┬░C ist die Kombi schnell getrocknet.

Am Titisee angekommen muss ich zwei Campingpl├Ątze muss ich abklappern, bis ich beim dritten einchecken kann. Direkt danach f├Ąngt der Regen wieder an und nachdem ich das Zelt fertig aufgebaut habe, h├Ârt er wieder auf. Trotzdem kann ich mich ├╝ber das Wetter heute nicht beschweren, es h├Ątte mich noch schlimmer treffen k├Ânnen. Der Campingplatz ist nun auch voll, sp├Ąter h├Ątte ich nicht ankommen d├╝rfen.

Es ist nun 18 Uhr geworden, heute passiert nichts besonderes au├čer das Waschtag ist. Dank der Luftfeuchtigkeit kommen die Klamotten aus dem Trockner wie sie aus der Maschine gekommen sind. Jetzt bin ich doch genervt vom Regen. Ansonsten ist es der immer gleiche Campingplatz-Alltag.

Campingplatz

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