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Geschichten aus dem Motorradsattel

Top 16 – Tag 9: Berg ohne Gipfel

Sachsen-Anhalt – Thüringen

Auch wenn ich wieder früh rauskomme, ist es morgen dennoch schon brütende heiß. Dank 25°C, praller Sonne und blauem Himmel ist schon das Packen und Beladen des Motorrads schweißtreibend.

Um 09:30 breche ich Richtung Norden. Eigentlich geht es heute nach Thüringen in den Süden, doch ein Kollege hatte sich gestern beschwert, dass ich ihn nicht besuche, wenn ich schon im Harz bin.

Nach einer halben Stunde komme ich bei ihm an. Bei einem Kaffee und Kakao plaudern wir ein bisschen über die Arbeit. Bis ich ca um 11:00 weiter fahre, erstmal die halbe Stunde wieder genauso zurück.

Im Harz ist es noch Recht schattig und dadurch auszuhalten. Danach kommen jedoch nur weiter Kornfelder, das auch noch in der Mittagssonne. Die Temperaturen steigen über 30°C. Viele Bauern sind unterwegs ihr Korn reinholen.

Am Hainich vorbei führt es mich in den Thüringer Wald. Endlich wieder Schatten. Der große Beerberg steht an. Er liegt hinter Oberhof bei Suhl.

Ich stelle das Moped an einem Waldweg ab, bin mir aber nicht sicher, ob das erlaubt ist, da hier überall Halteverbot ist. Nur durch die Hitze komme ich ins Schwitzen. Die 15 Minuten bis auf den Gipfel kann ich ganz gut laufen. Je weiter nach oben es geht, desto mehr verschwimmt der Weg mit dem Wald.

Ich müsste eigentlich schon oben gewesen sein, doch sehe ich nichts als Bäume. Kein Kreuz, kein Stein, nur Bäume. Nach 30 Minuten Suche beschließe ich, dass das Selfie vom höchsten Punkt, den ich sehe, reichen muss.

Der Weg nach unten führt an einem Aussichtspunkt am Rennsteig vorbei. Die anderen Wanderer sagen, dass es oben auch nichts als eine bewaldete Kuppe gäbe. Ich meine so etwas auch gelesen zu haben. Hätte ich mir nur bessere Notizen geschrieben. Immerhin finde ich noch ein Schild mit dem Namen des Berges drauf.

An meinem Parkplatz haben sich noch mehr Autos dazugestellt, scheint erlaubt zu sein. Weiter muss ich mich ein bisschen sputen. Nach Navi komme ich um 17:50 Uhr am Campingplatz, den ich gestern organisiert habe, an und die Rezeption macht um 18:00 Uhr zu.

Kurz vorm Ziel kommt mir die Gegend doch nicht ganz richtig vor. Tatsächlich habe ich das Ziel der Grobplanung drinnen gelassen und nicht den Campingplatz nachgetragen. Nun bin ich 50 Km in die falsche Richtung gefahren und damit fast an der Wasserkuppe, dem Ziel für morgen.

Nach einem Anruf ist auch das geklärt. Ich soll mich einfach hinstellen, wenn keiner mehr da ist. Nach weiteren 50 Minuten ist das korrekte Ziel in Schönsee erreicht.

Zelt aufbauen – Platz erkunden – Baden – Duschen – Essen – Schreiben, mittlerweile eine geübte Routine.

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1 Kommentar

  1. Oli 18. August 2020

    Danke für den Besuch 😛 Noch ein Vorteil davon war, dass du deine Powerbank laden konntest 😉

    Schöne Berichte bis hier hin, macht Spaß zu lesen!

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